Geschichte

Seit 1820 gibt es einen Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt. Die große Anziehungskraft ist bis heute ungebrochen.

Sobald die Blätter von den Bäumen fallen und die dicken Mäntel aus den Schränken geholt werden müssen, freuen sich nicht nur die Kölner wieder auf "Heinzels Wintermärchen", sondern auch viele Weihnachtsmarktbegeisterte aus dem Um- und Ausland.

Weihnachtsmärkte haben in Köln eine lange Tradition, die bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreicht. 1820 öffnete der erste Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt – der Nikolaimarkt wie er damals hieß.

Einen Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt gibt es – nach einigen Unterbrechungen – seit 1977 wieder jährlich. Seit 2008 verzaubern die Heinzelmännchen mit ihrem Weihnachtsmarkt die Altstadt. 2013 hat er durch die große Eisbahn eine weitere märchenhafte Attraktion dazu gewonnen.

Doch wie entwickelten sich die Weihnachtsmärkte in Deutschland jetzt genau?

Schon im Mittelalter waren der Münchner Christkindlmarkt (ab 1310) und der Dresdner Striezelmarkt (ab 1434) bekannt als mehrwöchige Wintermärkte für Spielzeug, Nüsse, Mandeln und Marzipan.

Seit dem 16. Jahrhundert findet der „Hamburger Dom“ statt, früher ein Weihnachtsmarkt, der sich heute zu einer der größten Kirmesveranstaltungen in Deutschland entwickelte. Im 17. Jahrhundert kam der berühmte Nürnberger Christkindlmarkt hinzu.

 

Der erste Weihnachtsmarkt in Köln – der Nicolaimarkt in der Altstadt

Der erste Weihnachtsmarkt in Köln öffnete 1820 in der Altstadt seine Türen. Er wurde offiziell Nicolaimarkt genannt, weil die Kinder früher am Nikolaustag statt am Christfest beschenkt wurden und es hier alles gab, was Kinderherzen höher schlagen ließ: Gebäck, Süßigkeiten, Spielzeug und vieles mehr.

Zehn Jahre nach seiner Entstehung war der Nicolaimarkt – im Volksmund auch „De Hötte“ genannt - für die Kölner kaum noch wegzudenken. Einen Monat im Jahr, vom 1. Dezember bis zum 1. Januar, prägte er das Stadtgeschehen. Er war so populär, dass er auch Anbieter und Besucher von außerhalb anlockte. Mit zunehmender Beliebtheit entwickelte sich auch der Brauch, Kinder zum Christfest zu beschenken.

Marktordnung 1837 für den Nicolaimarkt

Lange Zeit lag jedoch keine amtliche Genehmigung für diesen Markt vor. Das änderte sich 1837 nach erfolgreichen Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und der preußischen Regierung. Endlich wurde beschlossen, dass der Weihnachtsmarkt bleiben durfte. Es wurde Folgendes festgelegt:

„Die Gegenstände der Feilbietung (Kaufangebot) dürfen nur in Kinderspiel- und in Eßwaren bestehen. (…) Mit dem Verkauf von Backwerk darf daselbst nicht die Verabreichung von geistigen Getränken (alkoholische Getränke) verbunden sein. Die Buden müssen aus Brettern gezimmert und dürfen höchstens nur 10 bis 20 Fuß lang in der Front und 7 Fuß tief sein…“. Außerdem waren eine Gewerbesteuer und Standgelder zu entrichten.

Nach Erlass dieser Ordnung wurde der Markt zunehmend größer. Nicht nur auf dem Alter Markt, auch auf dem Heumarkt standen Verkaufsbuden. Anfang der 1880er Jahre waren es allein auf dem Heumarkt über 90 Stück, davon rund 30 mit Spielwaren und knapp 20 mit Süßwaren.

 

1885 – der Weihnachtsmarkt auf dem Alter Markt wird verboten

Nach einem Ratsbeschluss vom 19. Februar 1885 wurde der Weihnachtsmarkt dann verboten. Er hatte sich verändert, war größer und lauter geworden und hatte seinen ursprünglichen Charme verloren.

Es folgten mehrere Versuche, den Kölner Weihnachtsmarkt wiederzubeleben, so 1923 auf dem Neumarkt und 1930 auf dem Heumarkt. Seit 1970 fand dann auf Bestreben des Oberbürgermeisters Theo Burauen auf dem Neumarkt und seit 1977 auch wieder auf dem Alter Markt alljährlich ein Weihnachtsmarkt statt.

 

Die Kölner Weihnachtsmärkte heute

1995 öffnete der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom seine Pforten. Ihm folgten kurz hintereinander 1997 der Märchenweihnachtsmarkt auf dem Rudolfplatz, 2000 der mittelalterliche Weihnachtsmarkt am Schokoladenmuseum, 2001 der Schiffsweihnachtsmarkt am Rhein und 2006 der Weihnachtsmarkt im Kölner Stadtgarten. 2011 eröffnete der Hafen-Weihnachtsmarkt am Schokoladenmuseum, 2012 die Christmas Avenue am Rudolfplatz.

Zu den fünf größten Weihnachtsmärkten Kölns gehören heute der Weihnachtmarkt am Kölner Dom, der "Markt der Engel" auf dem Neumarkt, der Märchenweihnachtsmarkt auf dem Rudolfplatz, der Hafen-Weihnachtsmarkt am Schokoladenmuseum sowie "Heinzels Wintermärchen" auf dem Heumarkt und Alter Markt.